Zur Präsentation der PIK-Studie

Dienstag, 24. Januar 2006, 08:00 Uhr

Zur Präsentation der PIK-Studie

Niedrigwasserabfluss der mittleren Elbe

In Berlin wurde am 16.01.2006 eine Studie vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung  (PIK) der Presse vorgestellt. Diese vom BUND, dem WWF und der deutschen Umwelthilfe (DUH) in Auftrag gegebene Studie soll belegen, dass die Elbe immer weniger Wasser führt und Niedrigwasserabflüsse häufiger werden. Diese Aussage zur Trendentwicklung ist nicht richtig und die in der Studie vorgenommenen Interpretationen zur Klimaentwicklung sind ungesichert.

Vor wenigen Monaten erst wurde von der  Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) eine Untersuchung zu Niedrigwasserereignissen unter Berücksichtigung der letzten 100 Jahre vorgestellt, die zu ganz anderen Ergebnissen für die Elbe kommt. Unterstützt werden die Erkenntnisse durch die jüngste Studie der internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE), die in ihrer aktuellen Veröffentlichung „Die Elbe und ihr Einzugsgebiet“ zu gleichen Aussagen kommt. Danach ist belegt, dass die Niedrigwasserereignisse zurückliegender Jahrzehnte weniger ausgeprägt waren als es in der ersten Hälfte des Jahrhunderts der Fall war. Die Untersuchung der BfG weist weiter aus, dass wasserwirtschaftlich eindeutig eine Trendentwicklung zu weniger extremen Niedrigwasserabflüssen zu verzeichnen ist. Aus der Untersuchung der BfG geht hervor, dass der Trend im Niedrigwasserabfluss im betrachteten Zeitraum von über 100 Jahren steigt. Wie auch aus mehreren Unterlagen der BfG, der IKSE und der Universität Kaiserslautern hervorgeht, wurden im 19. Jahrhundert und 1947 die geringsten Niedrigwasserabflüsse registriert. Dieser Trend wurde auch durch das Trockenjahr 2003 nicht umgekehrt.

Die PIK-Studie überträgt zukünftiges Abflussverhalten der Elbe aus Interpretationen von Modelluntersuchungen einzelner Klima-Szenarien. Die bisher erzielten Ergebnisse der regionalen Klimaforschung sowie der hydrologischen Klimafolgenforschung haben jedoch gezeigt, dass noch sehr große methodische Unsicherheiten in den globalen und regionalen Klimamodellen mit zum Teil sich widersprechenden hydrologischen Reaktionen existieren, daher kann der Betrieb der Bundeswasserstraßen zwischen Elbe und Oder nur unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Zustandes der Abflussverhältnisse erfolgen, ohne jedoch dabei potentielle klimatische Entwicklungen und Veränderungen bei der Unterhaltung und Bewirtschaftung zu vernachlässigen.

 

 

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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