Zuständiges Amt für die Leichtigkeit des Schiffverkehrs auf der Elbe

Freitag, 04. Juli 2008, 23:53 Uhr

Zuständiges Amt für die Leichtigkeit des Schiffverkehrs auf der Elbe

Die Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden ist gut zu sehen

MZ-WEB.DE 04.07.08, von Markus Wagner

Wittenberg/MZ. "Mit dem Gesehenwerden haben wir keine Probleme." Marco Barkowsky winkt ab. Seit es die Hafenbrücke an Wittenbergs Umgehung gibt, eröffnet sich den Autofahrern ein freier Blick auf das Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Dresden, das hier einen Außenbezirk betreibt. "Ich bin froh, dass die Anlagen hier zusammengeführt worden sind", sagt der Leiter der Außenstelle des WSA in Wittenberg, der bis 2001 in der Breitscheidstraße residiert hat.

Das, was die Autofahrer von der Brücke herab sehen, ist unter anderem die "Slipanlage" des WSA. Hier werden nicht nur die eigenen Schiffe aus dem Wasser geholt und repariert, auch für die anderen Außenbezirke wird in Wittenberg gearbeitet. "Die Werkstatt ist verantwortlich für die technische Instandhaltung von Geräten und der Flotte" erklärt Barkowsky. So kommt es, dass der Wittenberger Außenbezirk mit rund 70 Mitarbeitern - darunter Wasserbauer, Schiffsführer und sogar Matrosen - der größte im Dresdener Bereich ist. Von hier aus - und von Sammelpunkten in Aken und Coswig sowie vom Stützpunkt im Dessauer Leopoldhafen aus - unterhält der Außenbezirk rund 80 Kilometer Elbe. "Das WSA ist für die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffverkehrs auf der Elbe zuständig", heißt Bakowskys Auftrag offiziell. Will heißen: Das WSA muss die Elbe so in Schuss halten, dass Binnenschiffe gefahrlos passieren können.

Dazu gehört zunächst einmal die Überwachung der Fahrrinne. Alle 14 Tage fährt ein Peilschiff die Strecke zwischen Hohendorfer Rinne unterhalb von Mühlanger bis zur Saalemündung ab und vermisst die Tiefe der Elbe. Die kann sich durch Sedimentablagerungen immer einmal ein wenig verändern. Weil aber sichergestellt werden muss, dass die Binnenschiffe freie Fahrt haben, muss gemessen werden. "Es kann ja auch einmal passieren, dass ein Auto versinkt", erklärt Barkowsky.

Ein weiterer Sinn der Kontrollfahrten: Wenn die Besatzung der beiden Messschiffe "Roßlau" und "Greif" Untiefen feststellt, weiß sie, dass irgendwo in der Nähe Buhnen oder Leitwerke defekt sein müssen. "Die Kunst der Wasserbauer ist es, ein Gleichgewicht herzustellen, damit sich der Fluss auf der einen Seite nicht weiter eingräbt, auf der anderen aber auch das Sediment mitträgt", erklärt Barkowsky - und kommt ins Schwärmen, wenn er über die Flussregulierung der Vorfahren spricht. Auch wenn die Elbe ein natürlicher Fluss sei, "sie ist von Menschenhand ausgebaut". Und zwar so, dass es den Respekt des Diplom-Ingenieurs hervorruft.

Untersucht werden die Buhnen und Leitwerke auf unterschiedliche Weise. Echolot kommt zum Einsatz, um Schadstellen unter Wasser zu ermitteln, es geht aber auch noch mit der guten alten Stangenpeilung. Mit langen Stäben stochern WSA-Mitarbeiter im Wasser. "Das ist immer noch ein bewährtes Mittel, um schnell Ergebnisse zu bekommen", sagt Barkowsky.

Ist der Fehler gefunden, hilft meist nur der Wasserbaustein. "Etwas anderes lassen die Kräfte, die der Fluss entfaltet, kaum zu", erklärt der Leiter des Außenbezirks. Beim Strombau seien Natursteine das bewährteste Mittel. Mit denen lasse sich das Strömungsverhalten so regulieren, das das Gleichgewicht im Fluss wieder stimmt. So hat die Elbe auch ihr Gesicht bekommen. "Unsere Vorväter waren ja schlauer als wir und haben immer wieder nachreguliert", so Barkowsky.

Die wären sicherlich auch froh über die Technik gewesen. Denn heutzutage wird mit Baggern gebaut, wie sie im Tiefbau an Land eingesetzt werden. Selbständig können sie auf Trägerschiffe fahren und von dort aus arbeiten. "Hat im Vergleich zu fest montierten Baggern den Vorteil, dass Wartungsarbeiten einfacher sind", so Barkowsky. Gleich zwei kommen in Wittenberg zu Einsatz, weil der Außenbezirk mitten im Biosphärenreservat liegt. "Es gibt viele Stellen, wo wir nur vom Wasser aus arbeiten können", so Barkowsky. Zu Einsatz kommen sie vornehmlich im Sommer - und bei Niedrigwasser. "Das ist für uns die Hoch-Zeit", erklärt Barkowsky. Im Winter werden vornehmlich die Schifffahrtszeichen an den Ufern ausgebessert. Tonnen werden übrigens das ganze Jahr über ins Wasser gebracht. Wie die aussehen, kann man ganz einfach feststellen. Es reicht ein Blick von der Wittenberger Hafenbrücke.

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