Die Saale – ein wichtiger und umweltfreundlicher Wirtschafts-, Arbeits- und Tourismusfaktor in Sachsen-Anhalt und Sachsen

Um das mitteldeutsche Industrierevier Halle-Leipzig-Bitterfeld als wirtschaftlichen Standort zu sichern, wurde die Saale ab 1932 zwischen dem Hafen Halle-Trotha und Calbe mit dem Bau von fünf Großschleusen für das 1000-Tonnen-Schiff hergerichtet. Kriegsbedingt musste der weitere Ausbau des etwa 20 Kilometer langen Teilstücks zwischen Calbe und der Mündung der Saale in die Elbe bei Barby eingestellt werden.

Im Jahr 2001 wurde schließlich eine Lösung zur langfristigen Standortsicherung vor allem in Bernburg und Halle definiert, die die Faktoren von Ökonomie und Ökologie abdeckt und die Saale für die wirtschaftliche und kalkulierbare Schifffahrt nutzbar macht: die Realisierung des Saale-Seitenkanals bei Tornitz – gestützt von den jeweiligen Bundesregierungen und unterstützt vom Land Sachsen-Anhalt. Der Vorteil: Es kann auf den Bau eines Wehres in der Saale verzichtet werden und die Saale bleibt auf der gesamten Strecke zwischen Calbe und deren Mündung in die Elbe wie bisher frei fließend. Die Baukosten wurden mit rund 100 Mio. Euro solide ermittelt und erfordern bei einer 4-jährigen Bauzeit durchschnittlich 25 Mio. Euro Investitionsmittel pro Jahr.

Einer der Hauptvorteile der Saaleanpassung ist die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland. Mit der Anbindung des Hafens Halle an das europäische Wasserstraßennetz können ansässige Unternehmen durch die Nutzung von umweltfreundlichen Schiffstransporten ihre Kosten senken und so die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte besser sichern. Außerdem kann die Saale an das bereits errichtete Wasserstraßenkreuz Magdeburg als Bestandteil des transeuropäischen Binnenwasserstraßennetzes angeschlossen werden – damit sind auch Seehäfen wie Hamburg und Bremen erreichbar. Und das bedeutet sowohl für die großen Unternehmen (z.B. esco salt company, Solvay Chemicals und SCHWENK Zement in Bernburg) als auch für die kleineren Betriebe wie in der Bau- und Getreidewirtschaft Sicherheit für zukünftige Investitionen sowie für den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Die Wirtschaftlichkeit der Vollendung des Saaleausbaus wurde von fachkundigen Gutachtern nachgewiesen, zuletzt 2003 von PLANCO mit einem guten Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,34 – d.h. 1 Euro Investition in die Saale erwirtschaftet 2,34 Euro für die Volkswirtschaft. Laut einer aktuellen belastbaren Umfrage des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt ist mit dem Faktor 4 mittlerweile ein deutlich besseres Nutzen-Kosten-Verhältnis zu verzeichnen.

Die Saale ist ein attraktiver Bestandteil des deutschen Wassertourismusnetzes mit großen Wirtschafts- und Arbeitsplatzpotenzialen, die nachhaltig weiter entwickelt werden müssen. Derzeit können z.B. Flusskreuzfahrtschiffe Halle nur mit erheblichen Einschränkungen erreichen. Die Anbindung der Saale an die Elbe und somit an alle Wassertourismusreviere löst dieses Problem und macht die Region zum interessanten Reiseziel für Flusskreuzfahrtschiffe. Der Vorteil: das mitteldeutsche Kulturerbe und die attraktiven Landschaften der Regionen Halle, Leipzig und Naumburg können bis hin nach Jena, Weimar und zum Harz erkundet werden. Zudem kommen Flusskreuzfahrer nach einer Tour häufig in die besuchten Flussregionen als „Landbesucher“ zurück und stärken damit weiter die Tourismuswirtschaft.

Das Raumordnungsverfahren (Oktober 2008) zum Bau des Saale-Seitenkanals bei Tornitz hat ergeben, dass die Baumaßnahmen mit den Erfordernissen der Raumordnung einschließlich der Umweltbelange und der Belange der FFH-Verträglichkeit (Flora-Fauna-Habitat) vereinbar sind.

Zudem ist es möglich, den 20 km langen Saaleabschnitt von Calbe bis zur Elbe als neues, frei fließendes Feuchtbiotop im Zusammenhang mit dem benachbarten Biosphärenreservat Mittlere Elbe zu entwickeln. Weitere Verbesserungsmöglichkeiten: Im Rahmen eines mittelfristigen Programms zum Bau von Fischaufstiegen an Bundeswasserstraßen könnte die Saale wieder für Fischwanderungen in die Elbe (und von dort bis in die Nordsee) geöffnet werden. Zudem müssen einzelne flussnahe Defizitflächen noch umweltgerechter gestaltet werden. Somit kann für die Saale und den geplanten Saale-Seitenkanals bei Tornitz festgestellt werden, dass die Umweltverträglichkeit gegeben ist – und das mit einer positiven ökologischen Bilanz.

Fazit

Die Vollendung des Saaleausbaus wird unterstützt vom Bundestag, der Bundesregierung und vom Land Sachsen-Anhalt. Wird das Projekt in naher Zukunft realisiert,  hat das viele Vorteile für die gesamte Region wie:

  • Förderung der Wirtschaftskraft,
  • Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen,
  • Entlastung von Straßen- und Schienenengpässen,
  • Erhöhen des Nutzeffektes des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg,
  • Attraktivitätssteigerung der Region,
  • Zuwachs beim Wasser- und Landtourismus und
  • Sicherung und Verbesserung vielfältiger, naturnaher Kulturlandschaften.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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