Saaleanpassung bis Halle mit dem Saale-Seitenkanal bei Tornitz – Auszug aus der Geschichte und Blick in die Zukunft

Die Historie der Saaleanpassung

Im Jahr 1932 begann die letzte größere Ausbauphase der Saale für das 1000 Tonnen-Schiff. Elf Jahre später wurden die Bauarbeiten dann aber kriegsbedingt eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 75 % der Arbeiten auf dem 88 km langen Teilstück zwischen dem Hafen Halle/Trotha und der Mündung der Saale in die Elbe mit 5 Schleusen (Länge 105 m, Breite 12 m) fertig gestellt. Der letzte Abschnitt der Unteren Saale von Calbe bis zur Elbe mit der geplanten sechsten Staustufe bei Klein Rosenburg wurde nicht mehr gebaut.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands zunächst als vordringliches Projekt in den Bundesverkehrswegeplan als Fertigstellung der Staulösung aufgenommen (1992), wurde diese Lösung im Jahr 2001 aus naturschutzfachlichen Gründen durch den Schleusenkanal Tornitz (jetzige Bezeichnung Saale-Seitenkanal bei Tornitz) ersetzt. Der Vorteil: Es kann auf den Bau eines Wehres in der Saale verzichtet werden und die Saale bleibt auf der gesamten Strecke zwischen Calbe und der Mündung in die Elbe wie bisher frei fließend.

Der vorgesehene Verlauf des Kanals

Der Saale-Seitenkanal bei Tornitz zweigt unterhalb der Eisenbahnbrücke Calbe (Saale-Kilometer 17,5) linksseitig aus der Saale ab. Nahe dem Abzweig ist ein Sperrtor vorgesehen, um den Hochwasserschutzdeich der Saale schließen zu können. Die ca. 10 km lange Kanaltrasse II umgeht den Ort Tornitz nördlich. Im Bereich der Kreuzung mit dem Hochwasserschutzdeich der Elbe entsteht eine Schleuse mit 100 m Nutzlänge und 12,5 m Breite. Je nach Wasserstand liegt die Hubhöhe zwischen 1 m und 5,5 m. Die Anbindung des unteren Schleusenkanals erfolgt nun direkt an die Elbe. Der obere Kanalbereich vom Abzweig bei Calbe bis zur geplanten Schleuse ist gedichtet. Der Kanal kreuzt Straßen und Feldwege, für die die Errichtung von Brücken erforderlich ist. Die Hochwassersituation und der Grundwasserspiegel werden nicht verändert. Das bestehende Landgrabensystem bleibt auch zukünftig mindestens erhalten und kann sogar noch verbessert werden.
Der Kanal ist an die vorhandenen schiffbaren Verhältnisse der Elbe und der Saale oberhalb von Calbe angepasst und somit wird die Fahrrinnentiefe der Elbe von mindestens 1,60 m unter dem Bezugsnierdrigwasserstand ausgenutzt. Der Bau des Schleusenkanals bedingt keinen Ausbau der Elbe.

Die Kosten

Die Baukosten wurden mit rund 100 Mio. Euro solide ermittelt und erfordern bei einer 4-jährigen Bauzeit durchschnittlich 25 Mio. Euro Investitionsmittel pro Jahr.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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