Die Saale als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Einer der Hauptvorteile der Saaleanpassung ist die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland. Mit der Anbindung des Hafens Halle an das europäische Wasserstraßennetz können ansässige Unternehmen durch die Nutzung von umweltfreundlichen Schiffstransporten ihre Kosten senken und so die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte besser sichern. Außerdem kann die Saale an das bereits errichtete Wasserstraßenkreuz Magdeburg als Bestandteil des transeuropäischen Binnenwasserstraßennetzes angeschlossen werden – damit sind auch Seehäfen wie Hamburg und Bremen erreichbar.
Die Saale wird als Bundeswasserstraße zur Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs und im Interesse wasserwirtschaftliche Ziele wie den Hochwasserschutz jährlich mit rund 9 Mio. Euro unterhalten. Diese finanziellen Mittel können erst mit der Vollendung des Saaleausbaues wirtschaftlich voll genutzt werden.

Unternehmen und Arbeitsplätze

Unternehmen wie esco salt company, Solvay Chemicals und SCHWENK Zement in Bernburg haben ihre Investitionsentscheidungen Anfang der 1990er Jahre wegen der Zusagen zur Umsetzung von Infrastrukturvorhaben  getroffen. Ihre Hoffnungen auf verlässliche Umsetzung der Rahmenbedingungen führten am Standort Bernburg bislang zu rund 500 Mio. Euro Investitionen. Damit wurden allein in den drei genannten Unternehmen ca.1000 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen. Darüber hinaus sichern industrienahe Dienstleistungen im Umfeld noch einmal rund 500 Arbeitsplätze. Der Beginn der Planung und die zukunftsnahe Umsetzung der Saaleanpassung für den Standort Bernburg sind also infrastrukturelle Notwendigkeiten zur langfristigen Standortsicherung, betont der Wirtschaftsdezernent der Stadt Bernburg, Holger Dittrich.

Vorteile für die großen Unternehmen

Solvay Chemicals Bernburg produziert jährlich 540.000 t Soda. Rund die Hälfte hiervon könnten per Schiff zum Kunden gelangen. Weiteres Potenzial besteht für rund 50.000 to Koks/Anthrazit, die heute per Bahn transportiert werden. Für das auf dem Werksgelände befindliche EBS-Heizkraftwerk muß der Brennstoff zur Zeit mit täglich 140 LKW antransportiert werden. Rund ein Viertel davon könnte aus heutiger Sicht auf dem Schiffsweg angeliefert werden.

 

Johann Trenkwalder, Werkleiter des Zementwerkes Bernburg der SCHWENK Zement KG, erläutert, dass ein Versand eines Massenbaustoff wie Zement nur durch kostengünstige und ökologisch vorteilhafte Transporte über weite Strecken möglich ist.
Dazu eignet sich der Schiffstransport geradezu ideal, vergleichbare Frachtkosten sind durch LKW bzw. Bahn nicht darstellbar.
Im Zementwerk Bernburg stehen perspektivisch bis zu 500.000 t an Fertigprodukten wie Zement bzw. diverse Roh- und Brennstoffe zur Verfügung, die per Schiff transportiert werden könnten. Bislang erfolgen diese Transporte durch einen gebrochenen Verkehr, d.h. mit großem Aufwand zwischen LKW und Schiff bzw. Bahn und Schiff.

 

Vorteile für die kleineren Unternehmen

Wie schon angesprochen kommen zu den über 1000 Arbeitsplätzen in den großen schifffahrtsaffinen Unternehmen und Häfen noch viele Stellen in kleineren Betrieben und im mittelbaren Bereich hinzu (z.B. Handwerksbetriebe und Zulieferer). Bernd Fischer, Inhaber der letzten an der Saale erhaltenen Werft in Mukrena, muss Vertragsstrafen fürchten, weil er die Ablieferung von Schiffen auf Grund der niedrigen Tauchtiefen nicht garantieren kann. Vor diesem Hintergrund wird die Saaleanpassung vom Landtag und der Regierung Sachsen-Anhalts, der mitteldeutschen Wirtschaftsverbänden, den Arbeitnehmervertretungen und den Industrie- und Handelskammern gefordert und unterstützt.

Der Hafen Halle (Saale)

Wie bedeutsam der Hafen Halle ist, kann man schon anhand der Fördermitteln erkennen, die bisher in einer Höhe von etwa 30 Mio. Euro zur Verfügung gestellt wurden. Mit der Saaleanpassung  etabliert sich Halle damit neben Leipzig als weiteres Logistikzentrum in Mitteldeutschland und bietet besonders für den Transport hochwertiger Kompaktgüter wie Transformatoren und Windkraftanlagen, Containern und Massengütern ein großes Umschlagspotenzial auf der Wasserstraße.

Wirtschaftlichkeit des Saale-Seitenkanals

Die Wirtschaftlichkeit der Vollendung des Saaleausbaus wurde von fachkundigen Gutachtern nachgewiesen, zuletzt 2003 von PLANCO mit einem guten Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,34 – d.h. 1 Euro Investition in die Saale erwirtschaftet 2,34 Euro für die Volkswirtschaft. Dem Gutachten liegt ein Güteraufkommen für das Binnenschiff von 1,5 Mio. t pro Jahr zugrunde.
Dieses Gutachten wird bestätigt durch eine aktuelle belastbare Umfrage des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt. Danach umfasst das jährliche Transportaufkommen für das Binnenschiff auf der Saale gegenwärtig mittlerweile 2,55 Mio. t (entspricht über 100.000 LKW-Ladungen), das mit dem Faktor 4 ein noch deutlich besseres Nutzen-Kosten-Verhältnis ergibt.

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